Das Girokonto heute

Das Girokonto gilt mittlerweile als Klassiker im Bankwesen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich denn schließlich werden beinahe alle Gehaltszahlungen über diese Form des Kontos abgewickelt. Doch damit nicht genug! In Verbindung mit einer EC-Karte bzw. Girocard sind damit auch bargeldlose Bezahlungen in beinahe allen Supermärkten, Bekleidungsgeschäften und in vielen anderen Geschäften des Einzelhandels möglich.

Wer in der heutigen Zeit kein Girokonto besitzt, hat kaum eine Möglichkeit am Geschäftsleben teilzuenehmen. Schließlich benötigt man es zwingend für viele Transaktionen, beispielsweise überweisen die meisten Arbeitgeber fast ausschließlich auf ein solches Konto. Doch das war noch längst nicht alles. Überweisungen, Daueraufträge, Eu-Überweisungen und viele andere Transaktionen werden damit ermöglicht.

Mittlerweile sind alle Banken dazu verpflichtet, mindestens ein Girokonto zur Verfügung zu stellen. Natürlich hat diese Regelung ihre Grenzen erreicht, wenn die Führung des Kontos für das Kreditinstitut nicht mehr zumutbar ist. Wenn beispielsweise über einen langen Zeitraum keine Umsätze anfallen, eine Pfändung vorliegt welche nicht aufgehoben werden kann oder wenn das Konto für illegale Aktivitäten genutzt wird, liegt es im Ermessen der Bank dieses wieder zu schließen. Das geschieht in der Regel jedoch nur nach vorherigem Hinweis. Auch wenn das Girokonto über längere Zeit im Soll ist und nicht ausgeglichen werden kann, führt dies nicht selten zur Kündigung.

Die Geschichte des Girokontos beginnt bereits vor vielen Jahrhunderten. Man geht davon aus, dass bereits im 12.-14. Jahrhundert Zahlungsanweisungen, Daueraufträge und Lastschriften getätigt wurden. Anfangs waren diese Geschäfte aufgrund der Tatsache, dass sie mündlich ausgeführt wurden zumeist auf eine gewisse Region begrenzt. Später wurden diese Transaktionen jedoch schriftlich durchgeführt und so kam es, dass bereits im Mittelalter einige Menschen überregionale Geschäfte tätigen konnten. In den 1960er Jahren war es für viele Arbeitgeber von zunehmend großer Bedeutung, die so genannte Lohntüte abzuschaffen und das Gehalt stattdessen auf ein Girokonto überweisen zu können. Schließlich wurde damit viel Verwaltungsaufwand eingespart da zu dieser Zeit auch die ersten Daueraufträge auf EDV-Basis durchgeführt werden konnten.

Doch wie findet man eigentlich das beste Girokonto? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten denn schließlich ist die Produktvielfalt heute größer denn je. Einige Konten sind zum Beispiel in der Führung erst dann kostenlos, wenn ein Mindestgehalteingang von 2000 Euro monatlich vorliegt. Andere wiederum sind immer gratis, bieten dafür aber niedrigere Zinsen und weniger Service. Welches Girokonto also am besten zu einem passt findet man nur dann heraus, wenn man bestimmte Produkttypen miteinander vergleicht.

Neben den dem Girokonto auf Guthabenbasis gibt es jedoch noch weitere Formen. Zu nennen wäre da insbesondere die Variante mit Dispositionskredit. Diese erlaubt dem Kunden das Überziehen des Kontos bis zu einem gewissen Betrag, welcher in der Regel von der Bonität abhängig gemacht wird. Durch Auskünfte der Schufa und anderen Agenturen kann sich die Bank ein genaues Bild über die Zahlungsmoral machen. Wer also beispielsweise viele Handyverträge oder Ratenzahlungen fristgerecht begleichen konnte, wird in der Regel ein gutes Rating haben. Wer jedoch oft mit Zahlungen im Verzug war und womöglich noch eine eiddesstattliche Versicherung über das Vermögen abgeben musste, wird meistens einen sehr kleinen oder gar keinen Kreditrahmen bekommen, da sich die Banken natürlich vor Zahlungsausfällen schützen müssen.

 

Anders verhält es sich hingegen bei der so genannten geduldeten Überziehung. Diese liegt dann vor, wenn das Kreditinstitut einen Verfügungsrahmen ermöglicht, dieser vom Kunden aber dennoch überschritten wird. Das kann übrigens in seltenen Fällen auch bei Girokonten auf Guthabenbasis passieren. Die Bank erlaubt in diesem Fall das Überziehen des Kontos trotz vorher festgelegter Verfügungsgrenze und führt die Aufträge weiter aus. Problematisch ist jedoch die Tatsache, dass kein Anspruch darauf besteht. Das heißt, dass das Kreditinstitut jederzeit den offenen Betrag einfordern kann und in erheblichen Fällen, wenn das Konto bereits länger als einen Monat überzogen wurde, ist auch eine Kündigung des Vertrages seitens der Bank möglich.

Es sollte also jedem klar geworden sein, dass es nicht immer einfach ist, sich in dieser Materie zurecht zu finden. Das ist auch nicht weiter verwunderlich denn schließlich gibt es so viele verschiedene Formen des Girokontos und die Möglichkeiten dieses zu nutzen sind ebenfalls sehr vielfältig.

Zum Service vieler Insitute gehört mittlerweile das Onlinebanking. Damit wird es dem Kunden ermöglicht, sämtliche Transaktionen zuahause vorzunehmen, sofern man über einen Internetanschluss verfügt. Durch Eingabe spezieller Passwörter, man redet von Pin- und TAN-Nummer, soll das Konto auch vor Hackerangriffen geschützt sein. Natürlich bietet dieses Verfahren keinen hundertprozentigen Schutz doch mittlerweile gibt es viele Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet. Dazu zählt zum Beispiel das TAN-Verfahren via SMS. Das bedeutet, dass nur der Besitzer des Handys die Nummer auslesen kann, was die Sicherheit noch einmal stark erhöht. Denn der Dieb bräuchte in diesem Fall nicht nur die PIN sondern auch das Handy des Opfers.

Kontoauszüge können ebenfalls mittlerweile nicht mehr nur am Automaten bezogen werden. Einige Banken bieten diese auch online an, der Kunde kann sie also zuhause selbst ausdrucken, was unter Umständen viel Zeit sparen kann. Andernfalls werden sie in vielen Fällen auch aus Postweg zugestellt, was jedoch oft zu einer zusätzlichen Gebühr führen kann. Man sollte sich also im Zweifel bei seinem Kreditinstut informieren um unnötige Kosten zu vermeiden.

Das Telefonbanking wird mittlerweile zunehmend durch die Onlinevariante abgelöst, kann sich aber dennoch nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen. Durch ein Computergestütztes Sprachsystem wird der Kunde durch die verschiedenen Menüs geführt und kann sich telefonisch am Geschäftsleben beteiligen indem er beispielsweise Überweisungen tätigt, seinen Kontostand abfragt oder Daueraufträge anweist. Auch hier wird in der Regel ein spezieller PIN benötigt, der ausschließlich für das Telefonbanking verwendet wird (er unterscheidet sich also aus Sicherheitsgründen von der PIN für das Onlineverfahren).

Was kann man also zusammenfassend über Girokonten und deren Einsatzmöglichkeiten festhalten? Es gibt auf diesem Gebiet sehr viele Varianten und oft steht man als Interessent vor der Qual der Wahl. Es macht also Sinn, im Internet verschiedene Produkte miteinander zu vergleichen. Oft findet man solche Gegenüberstellungen in tabellarischer Form und kann sich somit leichter einen Überblick verschaffen. Das ist natürlich vorallem dann sinnvoll, wenn man sich nicht ganz sicher ist und sich zwischen zwei Kreditinstituten nicht entscheiden kann. Wer sich jedoch die Mühe macht und sich etwas über dieses Thema informiert, wird letztendlich auch das für sich beste Konto finden.